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WO TRADITIONEN LEBEN 

DIE FIESTAS DE LOS REMEDIOS IN YAIZA

Am 9. Mai 1731 begannen die bedrohlichsten Tage der Geschichte für den Ort Yaiza. Vulkanausbrüche hatten bereits weite Landstriche und einige Häuser im Süden komplett vernichtet. An diesem Tag erschüttert eine neue Eruption die Erde und drei neue Lavaflüsse beginnen ihren vernichtenden Weg. Unaufhaltsam nähern sie sich dem Ort Yaiza und hinterlassen nichts als Feuer und Asche.

 

Die Bevölkerung des Ortes befürchtet das Schlimmste, denn die Geschwindigkeit, mit der sich die Lava nähert, ist enorm. In seiner Verzweiflung beschließt der Pfarrer der Ortskirche eine Messe abzuhalten, um die Schutzpatronin der Region, die Jungfrau „de Los Remedios“, um Hilfe zu bitten. Und plötzlich, einem Wunder gleich, stoppen die Lavamassen und das alles verzehrende Feuer beginnt zu erkalten. Seit diesem Tag wird in Yaiza jedes Jahr im September das große Dorffest zu Ehren der „Virgen de Los Remedios“ gefeiert. Und die Bevölkerung beschenkt die Jungfrau, um sich für das „Wunder von Yaiza“ zu bedanken.  

Heute, 275 Jahre später, zeugen die Fiestas de los Remedios davon, wie sehr hier im Süden nach wie vor die Traditionen geehrt werden. Aber anstatt der Angst, die 1731 um sich griff, regieren nun Freude und Geselligkeit. Jedes Jahr im Herbst verwandelt sich der Ort Yaiza über eine Woche lang in das Zentrum der Insel und Einwohner und Besucher feiern und beten gemeinsam zu Ehren der Jungfrau.

 

Die Hauptattraktion der Festtage ist die sogenannte „Romería“, eine Wallfahrt durch den Ort bis zur Kirche, wo schließlich der Jungfrau die mitgebrachten Gaben überreicht werden. Gekleidet in traditionellen Trachten, mit Eselskarren oder auf dem Rücken von Kamelen, ziehen die Pilger durch den Ort. Folkloregruppen präsentieren dabei die typische Musik und Tänze der Insel und die auf den Karren mitgeführten Gaben werden großzügig verteilt. Süßer Wein aus La Geria, der so typische Gofio, papas arrugadas mit mojo und vielerlei Gebäck können dabei probiert werden.

 

Auf der Romería kann man nicht nur bestens in die Traditionen dieser einmaligen Insel eintauchen, sondern auch die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Inselbewohner genießen. Im Wallfahrtszug vermischen alle zu einer großen Festgemeinde und spätestens, wenn man an der Dorfkirche angelangt ist, hat man neue Kontakte und Freundschaften geschlossen. Das Festgelände in direkter Nachbarschaft zur Kirche lädt anschließend dazu ein, mit den neuen Freunden auch den Abend in Yaiza zu verbringen. 

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